Autorin: Tanja Knob

Die Corona-Krise zeigt uns, wie gut wir in der Lage sind, Veränderung als Bestandteil unseres Lebens anzuerkennen: Eigentlich war es schon zu Jahresbeginn spürbar, das Gefühl, dass etwas Großes auf uns zukommt. Irgendwann im Februar begann die leise Ahnung, dass Corona unser Leben fortan auf den Kopf stellen wird. Die Vorahnung entwickelte sich zunächst recht schleichend zur Wirklichkeit, in kleinen Schritten, um kurz darauf in einem Big Bang zu münden: LOCKDOWN. Nichts geht mehr. Als ob eine überdimensionale Gouvernante das Kollektiv anbrüllte: „Sofort alle aufs Zimmer und nachdenken, was ihr angestellt habt!“ Was bitte? Maschinenstopp von jetzt auf gleich? Was tun? Wie machen wir weiter? Können wir überhaupt weitermachen? Wenn ja – dann wie? Fragen über Fragen, die manche zunächst in die Schockstarre katapultierten. Andere wiederum ergriffen sofort die Initiative und gingen umgehend in den Lösungsmodus über. Da wurden Krisenpläne geschmiedet, Ideen gewälzt, geschaut, wo Not am Mann ist oder auch einfach nur „notgebunkert und gehamstert“. Jedem das seine…

Was für viele Menschen als revolutionärer Wandel von statten ging, stellte sich in der Acus Akademie jedoch ganz anders dar – eher evolutionär – in einem zugegebenermaßen beschleunigten Tempo. 

Klingt komisch, ist aber leicht zu erklären. Denn: In weiser Voraussicht hat sich die Geschäftsführung bereits seit Ende 2019 mit den bislang vorliegenden Informationen auseinandergesetzt und beschlossen, eine Risiko-Planung vorzunehmen im Sinne von „in the unlikely event of…“. Das zahlte sich schließlich aus. Für die Teilnehmer natürlich und ebenso für uns Dozenten/innen. Bereits zwei Wochen vor dem kollektiven LOCKDOWN stellte die Geschäftsführung um. Lehrräume und Dozenten wurden ausgestattet – mit Hardware, Software und nicht zu vergessen: mit den relevanten Soft facts. Denn es galt vor allem auch erst einmal Ängste zu nehmen und Emotionen zu managen. Auch die

Zulassung zur Umstellung auf alternative Lernformen wurde umgehend beantragt.

Zudem wurden alle Dozenten/innen kurzfristig darauf vorbereitet, ab sofort Präsenzunterricht mit Remote zu kombinieren. Wir waren demnach bestens vorbereitet und bereits trainiert, als der Präsenzunterricht dann schließlich endgültig eingestellt werden musste.

Das Trainieren und Lernen jedoch ging und geht weiter. Von Woche zu Woche kommen neue Erkenntnisse hinzu. Zu den bisher wichtigsten Hinweisen für einen gelungenen Remote-Unterricht zählen vor allem diese:

  • Wichtige „Regie-Anweisungen“ und Spielregeln gleich zu Beginn geben
  • Intensivere Vorstellungsrunde, um den Menschen Raum zu geben, sich zu zeigen und einzubringen
  • Hoher Methodenmix, maximal 5-10 Minuten frontal vortragen, Powerpoint meiden
  • Nach jedem Vortrag eine Einzel- oder Gruppenübung durchführen
  • Chaträume vorher! anlegen oder Gruppenfunktion bei Zoom nutzen
  • Häufiger Feedbacks einholen und dieses in den Chat schreiben lassen, anstatt es abzufragen
  • Puffer einplanen für technische Bugs oder Schwierigkeiten mancher Teilnehmer, in den Raum zurückzufinden
  • Geduld, Toleranz und Respekt zeigen – nicht jeder ist „digital native“

Die weise Voraussicht und auch die tägliche Mühe lohnt sich. Wir haben alle davon profitiert – Teilnehmer/innen und Dozenten/innen. Denn gemeinsam auf diese Weise durch die Krise zu gehen hat uns nicht nur viele neue Erfahrungen und Wissen eingebracht, sondern uns auch in der Gemeinschaft ein Stück weit mehr zusammengeführt.
Nicht zuletzt war und ist es für uns alle eine wunderbare Möglichkeit, gemeinsam und mit- und voneinander zu lernen, mit der Veränderung zu leben.